Kontakt
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Die Hege und Pflege unseres Gewässers ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die weit über das bloße Angeln hinausgeht. Sie dient dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung unseres Fischbestandes sowie der Erhaltung des gesamten Ökosystems. Nur durch gezielte und kontinuierliche Maßnahmen bleibt unser Angelgewässer langfristig attraktiv und ökologisch wertvoll.
Zur Hege zählen alle Maßnahmen, die direkt den Fischbestand betreffen. Dazu gehören:
Die aktive Einbindung aller Vereinsmitglieder ist ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Hege und Pflege. Dazu zählen die Teilnahme an Arbeitseinsätzen, die Meldung von Auffälligkeiten (z. B. Fischsterben, Wassertrübungen) und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur.
Hege und Pflege eines Angelgewässers sind unerlässlich für den Erhalt artenreicher, gesunder Fischbestände und intakter Lebensräume. Nur durch gemeinsames Engagement und kontinuierliche Maßnahmen kann das Gewässer langfristig als attraktiver und nachhaltiger Angelplatz erhalten bleiben.
Im Jahr 2023 wurde - primär zum Schutz unseres Fischbestandes vor Kormoranen - ein Petri-Schutzsystem (PSS) in den Waldsee eingebracht. Das ist eine kastenähnliche Konstruktion, die auf dem Gewässergrund steht. Hier bietet es den Fischen eine sichere Fluchtburg vor vielen Fressfeinden – welche die Fische jederzeit aufsuchen oder verlassen können.
Zusätzlich entstehen beim Einsatz des PSS in stehenden, strukturschwachen Gewässern (Baggerseen) neue und geschütze Lebensräume – ähnlich einem Riff – für Fische und anderer wassergebundener Tiere, wie z.B. Krebse und Muscheln.
Rietmann-Oegi – Gewässerökologie
Als „Rettungsinsel“ für Fische wurde Anfang 2025 zusätzlich zum Petri-Schutzsytem eine Röhrichtinsel im Waldsee montiert.
Röhrichtinseln sind schwimmfähige Konstruktionen, die vollständig mit Röhricht bewachsen sind. Ein stabiler Holzrahmen wird mit Schwimmkörpern und einem Schutzzaun versehen. Auf diesen Rahmen wird eine Pflanzmatte, ähnlich wie Rollrasen, gelegt. Anschließend wird die Insel an gewünschter Stelle im Gewässer, mittels Steingewichten, fixiert. Das Standardmodul misst 5×2 m. Um die Röhrichtinsel ist ein Netz gespannt, damit sich auch hier die Fische im Wurzelwerk der Pflanzen, vor Fressfeinden (speziell dem Kormoran) verstecken können.
Im Herbst/Winter findet ein Beschnitt der Pflanzen auf der Röhrichtinsel statt. Durch das Nachwachsen der Bepflanzung im nächsten Frühjahr, werden dem Gewässer, wenn auch nur im geringen Maß, zudem Nährstoffe entzogen.
Rietmann-Oegi – Gewässerökologie
Unser Vereinssee beherbergt eine Vielfalt an Fischarten, die sowohl für erfahrene Angler als auch für Einsteiger reizvoll sind. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Bewohner unseres Sees vor und geben einen kurzen Einblick in ihre Besonderheiten.
Rotaugen und Rotfedern sind ein Teil der Biomasse und ein Bindeglied in der Nahrungskette. Sie ernähren sich von Kleinstlebewesen (Zooplankton) und Wasserpflanzen. Dabei regulieren sie die Algen und Pflanzenpopulation und sind selbst eine wichtige Nahrungsquelle für Raubfische.
Brassen sind Allesfresser. Sie regulieren die Population von Plankton und Bodenorganismen. Durch ihr Gründelverhalten sorgen sie für eine Durchlüftung des Sediments (Schlamm) und sorgen so für die Verteilung der Nährstoffe. Gleichzeitig sind Brassen, vor allem der Nachwuchs, ebenfalls eine wichtige Nahrungsquelle für Raubfische.
Die Schleie ist eine robuste Fischart. Sie ernährt sich hauptsächlich von Schnecken, Muscheln, Insektenlarven und Krebstieren und sorgt so für die Regulation der Kleintierbestände.
Karpfen sind ebenfalls Allesfresser. Sie ernähren sich von Algen, Plankton, Muscheln Krebsen, etc. Duch das Aufwühlen des Gewässerbodens fördern sie die Durchmischung des Sediments, was Nährstoffe zur Nutzung für anderen Organismen freisetzt.
Karauschen fressen Mückenlarven, Wasserflöhe und andere wirbellose Wasserbewohner. Auch sie sorgen für eine Durchmischung und Belüftung des Sediments
Barsche jagen kleinere Fische und Wirbellose, wie z. B. Wasserflöhe und Larven. Dadurch wird verhindert, dass eine Population von Zooplankton überhandnimmt und zu viel Phytoplankton abweidet. Durch die Regulierung der Beutetierbestände helfen Barsche das Gleichgewicht der Nahrungskette aufrechtzuerhalten. Sie sorgen für eine gesunde Balance zwischen Algenwachstum, Zooplankton und Fischpopulationen. Gleichzeitig sind Barsche auch Beutefische für größere Raubfische.
Sie fressen kleine Bodenorganismen wie Mückenlarven, Würmer und Flohkrebse, was zur Regulierung der Populationen dieser Tiere beiträgt. Kaulbarsche sind eine wichtige Nahrungsquelle für größere Raubfische wie Zander und Barsch und tragen so zur Aufrechterhaltung der Nahrungskette bei.
Als Spitzenprädator kontrolliert der Hecht den Bestand von kleineren Fischarten wie Rotaugen, was eine Überweidung von Plankton verhindert und so die Wasserqualität verbessert. Durch die Kontrolle der kleineren Fischbestände trägt der Hecht zur Artenvielfalt bei und verhindert, dass eine einzelne Art die Oberhand gewinnt.
Als Raubfisch kontrolliert der Zander die Bestände von kleineren Fischarten wie Barsche und Rotaugen. Dies beugt einer Überbevölkerung dieser Arten vor, die sonst das Ökosystem übermäßig belasten könnten. Zander sind eine natürliche Bedrohung für invasive Arten wie die Schwarzmundgrundel. Indem sie die Grundeln jagen, können sie helfen, die Populationen dieser eingeschleppten Art zu reduzieren und so die Auswirkungen auf heimische Arten zu minimieren.
Als Raubfisch (Spitzenprädator) ernährt sich der Wels von anderen Fischarten und kann so deren Bestände kontrollieren. Dies kann beispielsweise das Vorkommen invasiver Arten reduzieren. Allerdings führt die zunehmende Ausbreitung der Art, begünstigt durch den Klimawandel, in manchen Seen zu einem ökologischen Ungleichgewicht, wenn der Welsbestand die ökologisch vertretbare Grenze überschreitet.
Stichlinge ernähren sich von Insektenlarven und kleinen Krebstieren. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere, wie Fische und Vögel.
Moderlieschen fressen aktiv Mückenlarven, die an der Wasseroberfläche atmen, und tragen so auf natürliche Weise zur Regulierung der Stechmückenpopulation bei. Auch wenn sie keine klassischen Algenfresser sind, können sie durch das Aufnehmen loser Algen einen Beitrag zur Reduzierung übermäßigen Algenwuchses leisten.
Als Kleinfisch ernährt er sich vorwiegend von Algen und weichen Pflanzenteilen.
Bitterlinge vermehren sich durch eine Symbiose mit Teich- oder Flussmuscheln. Die Weibchen legen ihre Eier mit einer bis zu 5 cm langen Legeröhre in die Kiemen der Muschel, die dann vom Männchen durch den Atemwasserstrom befruchtet werden. Die Larven entwickeln sich in der Muschel und verlassen diese erst, wenn sie schwimmfähig sind. Wobei von dem Vorgang auch die Muscheln profitieren. Bei dem engen Kontakt zwischen Bitterling und Muschel, haften Muschellarven am Bitterling-Weibchen. Später fallen die Jungmuscheln ab und werden so im Gewässer verbreitet.
Muscheln sind die "Saubermacher" im See, da sie Algen und Plankton filtern und so das Wasser reinigen. Sie leben im weichen Boden oder Sand und sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. In unserem Vereinsgewässer gibt es große und kleine Teichmuscheln, sowie kleinere Muschelarten (wie z.B. Dreikantmuscheln). Muscheln dienen als Nahrungsquelle vieler einheimischer Fische.
Leider befinden sich keine einheimischen Edelkrebse im Gewässer, da sich Signalkrebse im Gewässer befinden, die auch als Überträger der Krebspest gelten. Da einheimische Krebsarten nicht immun gegen diese Krankheit sind, können sie leider nicht im Gewässer angesiedelt werden.
Gleichwohl tragen Krebse der Ökologie von Seen bei, indem sie das Wasser reinigen, Aas und kranke Tiere beseitigen, das Gleichgewicht der Populationen regulieren und als Nahrung für andere Tiere dienen. Sie wirken als "Gesundheitspolizei" eines Gewässers, da sie sich von Aas, verendeten und kranken Tieren ernähren, und sie halten die Populationen anderer Organismen im Gleichgewicht, wie beispielsweise kleine Fische und Weichtiere.
Leider befinden sich auch invasive Grundeln (Marmorierte Süßwassergrundel, Kesslergrundel, Schwarzmaulgrundel, Flussgrundel) in unserem Gewässer. Da der Eintrag dieser durch Fischbesatz in unserem Fall nahezu ausgeschlossen ist, können diese nur durch Wasservögel oder gedankenlose Angler in das Gewässer gekommen sein. Da die Grundeln eine hohe Reproduktionsrate haben und sich aggressiv ausbreiten, verdrängen sie einheimische Fischarten. Sie gelten weiter auch als Laichräuber. Ein komplettes Entfernen von Grundeln aus dem Gewässer ist nahezu unmöglich. Man kann aber versuchen mit Raubfischen (Barsch und Zander als Fressfeind) eine zu starke Vermehrung einzudämmen.
Die Kombination aus natürlicher Umgebung und artenreichem Fischbestand macht unseren See zu einem beliebten Treffpunkt für Naturliebhaber und Angler.
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